Gesundheitsreform 2009
Die jüngste Honorarreform hat die Vergütungssystematik für niedergelassene Ärzte komplett umgestellt: Seit Januar 2009 erhalten Ärzte feste Euro-Beträge für die Behandlung ihrer Patienten vorab „zugewiesen“. Beispielsweise bekommen versorgende… ·
… Hautärzte durchschnittlich 16,42 Euro* pro Patient.·
… Augenärzte durchschnittlich 18,44 Euro* pro Patient. ·
… Urologen durchschnittlich 25,17 Euro’* pro Patient.
Doch das ist nicht der Lohn für eine Behandlung. Nein, mit diesem Betrag soll die Versorgung eines Kassenpatienten über drei Monate (ein so genanntes „Quartal“) abgegolten sein. Doch oftmals ist es so, dass gerade bei Patienten, die „richtig krank“ sind, schon die Kosten für die erste Behandlung diesen Durchschnittsbetrag weit übersteigen. Die Vergütung weiterer – medizinisch notwendiger! – Arztbesuche ist in diesem Betrag schon nicht mehr enthalten.
Man kann also von einer Art „Alles inklusive“-Mentalität sprechen, die viele Ärzte in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht hat. Da bleibt vielen Ärzten nichts anderes übrig, als auf eine Art „Mischkalkulation“ zu setzen: Um eine langwierige und kostenintensive Behandlung eines Patienten nicht aus eigener Tasche bezahlen zu müssen, „brauchen“ sie viele Patienten, bei denen die Kosten der Behandlung unterhalb des zugewiesenen durchschnittlichen Honorar-Betrags pro Patient liegt. Natürlich weisen Ärzte deshalb akut erkrankte Patienten nicht ab. Sie behandeln sie dann jedoch fast schon umsonst – aus Verantwortungsgefühl ihren Patienten gegenüber.
So geht es übrigens nicht nur Hautärzten, Augenärzten und Urologen. Nein, Ärzte verschiedenster Fachrichtungen stehen vor demselben Problem und einige von ihnen sind deshalb sogar in ihrer Existenz bedroht.
Einige Behandlungsarten (z.B. im Bereich der Prävention) werden zusätzlich bezahlt: Dabei gilt – anders als wie soeben beschrieben – das Motto: „Alles, was der Arzt oder die Ärztin geleistet hat, wird auch bezahlt“. Aber leider gibt es solche so genannten „freien Leistungen“ nicht für alle Fachgruppen.